Sie werden bezahlen, sie wissen es nur noch nicht Im Kampf ums Weiße Haus ist vieles interessant und spannend. Damit Sie den Überblick behalten, präsentieren Ihnen unsere Washington-Korrespondenten jeden Morgen kompakt, was Sie wissen sollten. Kleinlauter Trump in Mexiko. Mehr als ein Jahr lang hat Donald Trump gegen illegale Südamerikaner gewettert, die über die amerikanisch-mexikanische Grenze kommen. Er hat angekündigt, eine Mauer im Süden bauen zu wollen, die Mexiko bezahlen soll. Das ist gewissermaßen sein alleiniges Markenzeichen in diesem Wahlkampf gewesen. Nun hat Trump dem mexikanischen Präsidenten Pena Nieto einen kurzfristig eingefädelten Überraschungsbesuch abgestattet. Und er wirkte hinterher untypisch ruhig und geradezu heruntergedimmt, als er sich zusammen mit Nieto der Presse stellte. Sie hätten zwar über die Mauer geredet, aber nicht, wer sie bezahlen solle, sagte Trump. Ein Jahr lang hat er damit Politik gemacht – und nun will der die Finanzierungsfrage nicht einmal angesprochen haben? Die Pressekonferenz war von gegenseitiger Höflichkeit geprägt, Trump gab sich untypisch staatsmännisch und redete in bestem Diplomatensprech von einem "sehr substanziellen, direkten und konstruktiven Austausch von Ideen über einen ziemlich langen Zeitraum". Er sagte, Mexiko und die Vereinigten Staaten seien vereint durch die Unterstützung der Demokratie, eine große Liebe zum eigenen Volk und durch die Beiträge von Millionen von mexikanischen Amerikanern zur Wohlfahrt der Vereinigten Staaten. War das derselbe Trump, der Mexikaner am Anfang seines Wahlkampf noch als Kriminelle, Drogendealer und Vergewaltiger bezeichnet hat? Mexikos Präsident widerspricht Trump. Nachdem Nieto und Trump auseinandergegangen waren, bekam das Bild einige Risse. So behauptete Nieto auf Twitter, man habe sehr wohl über die Finanzierungsfrage gesprochen. "Am Beginn des Gespräches mit Donald Trump habe ich klargestellt, dass Mexiko die Mauer nicht bezahlen wird", so der Präsident. Nietos Sprecher bekräftigte das, sagte jedoch, diese Aussage des Präsidenten habe keine Diskussion zwischen beiden ausgelöst. Schon auf der Pressekonferenz hatte Nieto verdeckt Kritik geübt an Trumps Aussagen, als er bemerkte, dass die illegale Einwanderung aus Mexiko in die USA vor zehn Jahren ihren Höhepunkt erreicht hatte und seitdem rückläufig sei. Derzeit gebe es sogar eine Netto-Abwanderung von Mexikanern aus den USA. http://www.welt.de/politik/ausland/article151606098/Sie-werden-bezahlen-sie-wissen-es-nur-noch-nicht.html