König und Prinzessin 3. Hanswurst und Leander 3. Literatur Primärtexte: Sekundärliteratur: 1. Tieck parodiert diese starren und rigiden Formulierungen der überzeugten Vertreter der Aufklärung im gesellschaftlichen und kulturellen Bereich. Dass er sich dabei als passionierter Satiriker zeigt, soll im Verlauf dieser Arbeit deutlich werden, die das Drama unter eben diesem Aspekt analysieren wird. Zu seinen Protagonisten gehören darüber hinaus die fiktiven Zuschauer im Parkett, die sich über das Geschehen auf der Bühne mokieren, während auf dieser das Stück selbst zum Diskussionspunkt wird. Damit entwickelt Tieck sein Stück auf differenzierten Spielebenen und mit mehreren Rollendimensionen, die die Illusion des Theaters zerstören, indem sie seinen Konstruktionscharakter entlarven. Der Gestiefelte Kater findet nach seiner Erstveröffentlichung im Jahr 1793 großen Anklang und erreicht in Kürze sechs Auflagen. Den Sprung auf die Bühne schafft der Kater zu seiner Zeit leider nicht, obwohl er eigentlich für die Bühne geschrieben worden war. Spielebenen Das Drama Tiecks ist auf mehreren Ebenen konzipiert. Zunächst ist das reale Publikum vom tatsächlich existenten Theaterstück zu trennen und darüber hinaus das fiktive Publikum vom fiktiven Spiel auf der Bühne innerhalb des Tieckschen Dramas. Indem das fiktive Spiel auf der Bühne jedoch sich selbst thematisiert, wird eine weitere Ebene der Wahrnehmung konstruiert. Fruchtbar für die Analyse dessen, wie das Drama gebaut ist, ist die Beobachtung der Korrespondenz dieser Ebenen. So tritt das fiktive Publikum mit den fiktiven Schauspielern auf der Bühne in Kontakt, es schaltet sich immer wieder in das Spiel auf der Bühne ein und tritt teilweise sogar mit den Schauspielern in Dialog. Eine klare Grenze zwischen den einzelnen Handlungssträngen ist somit nicht zu ziehen. Er entledigt sich damit seiner Theaterrolle und tritt mit dem Publikum auf einer neuen Ebene in Kontakt. Sein Anliegen besteht darin das Publikum von der mangelnden Kompetenz des Dichters zu überzeugen und es darüber aufzuklären, dass die Szene, die sie zuvor gesehen hatten, nicht zum Schauspielstück selbst dazu gehört. Er bezieht sich hierbei auf einen Dialog zwischen fiktivem Dichter und fiktivem Maschinist auf der Bühne, der die Illusion und Konzentration des Publikums auf das Theatergeschehen stört. Besonders der Maschinist erweist sich als Verbindungsoffizier zum Parterre, denn er agiert nicht mehr hinter, sondern auf der Bühne. Nach Bedarf und Anfrage des Dichters illudiert und desilludiert er das Publikum und tritt somit als Regisseur auf. Leander vertritt die Ansicht, dass Der gestiefelte Kater ein gutes Stück ist und Hanswurst die entsprechende Gegenposition. Hier kommt der Stück-im-Stück-Charakter besonders stark zum Vorschein und der Konstruktionscharakter des Werks wird entlarvt. Das fiktive Publikum kann nicht reflektieren, dass es in Wirklichkeit Teil eines Theaterspiels ist. Weiterhin soll hier noch das Spiel des Katers als Kernpunkt angeführt werden, der sich als Jäger verkleidet und so auch wiederum Schau spielt. Das Spiel des Schauspielers, der den Kater gibt, wird dadurch potenziert und eine weitere Ebene des Spiels tritt auf. In den beiden Zwischenakten, die neben Prolog und Epilog, zu den Dramenteilen gehören, die ausschließlich dem Publikum zur Verfügung stehen, beobachtet und kommentiert Bötticher aus dem Parterre diese zusätzliche Potenzierung des schauspielerischen Könnens. Unter den Zuschauern erscheint er als der Einzige, der diese Feinheiten des Spiels deutlich erkennen kann. Charaktere Im Folgenden Kapitel sollen die Figuren, wie sie in Tiecks Drama erscheinen charakterisiert werden. Dadurch wird gezeigt, welche satirischen Mittel der Künstler einsetzt und welche verschiedenen Arten von Satiren sich in diesem Werk ausfindig machen lassen. Signifikant hierbei ist, und das ist typisch für die komische Behandlung von Stoffen, dass die Charaktere des Stücks ohne jede Entwicklung bleiben. Sie werden nicht als Individuen, sondern als Typen, vielmehr noch als Exemplare ihrer jeweiligen Gattung, gezeichnet. Diese stehen einander oft in sprachlichem und moralischem Kontrast gegenüber. So setzt er zum Beispiel den schlauen Kater gegen den tölpelhaften Gottlieb ab oder stellt dem Narren Hanswurst, den Hofgelehrten Leander gegenüber. Kater Der Katers Hinze kann zu Recht als geistiger Gegenpol zu seinem Herrn Gottlieb benannt werden. Er zeigt sich ihm nicht nur in seinem Intellekt überlegen, sondern lenkt darüber hinaus auch noch dessen Schicksal. In seiner ersten Szene beginnt Hinze mit Gottlieb, wie selbstverständlich, zu sprechen und beweist Argumentationsgeschick, indem er diesen davon überzeugt, dass ein sprechender Kater nicht widernatürlich ist. Auch seine geistige Vorherrschaft gegenüber anderen Tiergattungen konstatiert er deutlich: Katzen wären viel zu klug, um sich ihre Intelligenz oder ihr Sprachvermögen anmerken zu lassen. Würden Menschen davon Kenntnis besitzen, fährt er mit seiner Argumentation fort, würden sie Katzen für sich arbeiten lassen. Zur Untermauerung seiner Beweisführung führt Hinze Hunde und Pferde an, die gemeinhin als intelligente Tiere gelten und deswegen als Arbeitstiere des Menschen fungieren. Die Vorschläge des Katers hierzu lassen eine zeitliche Zuordnung der Geschichte zu und geben Aufschluss über seine geistige Bildung. Die Anregung Hinzes, Gottlieb könne ein Journal oder eine deutsche Zeitung mit dem Motto Homo Sum herausgeben, deutet in Richtung der Aufklärung. Diese benutzt das Medium von Zeitschriften und Zeitungen, um ihre Ideologien unter einem noch nicht sehr lesegeübten Publikum zu verbreiten. So erscheinen ab 1750 zahlreiche populärwissenschaftliche Periodika für den interessierten Laien. Für Deutschland können die Moralischen Wochenschriften unter den Publikationen, die auf die Lebenspraxis des Bürgertums einwirkten, als führend bezeichnet werden. Ich bin Mensch oder Ich bin der Mensch die Anschauung der Aufklärung, dass der Mensch als solcher in den Mittelpunkt rückt. Im Gegenteil zu seinem Herrn ist der Kater bereits mit den Inhalten der Epoche der Aufklärung bereits vertraut. In: Tieck, Ludwig: Der gestiefelte Kater. Mit Zwischenspielen, einem Prologe und Epiloge. Stuttgart: Philipp Reclam jun. Schlegel, August Wilhelm: Über Ludwig Tiecks Komödie Der gestiefelte Kater 1797. In: Günzel, Klaus: König der Romantik. Das Leben des Dichters Ludwig Tieck in Briefen, Selbstzeugnissen und Berichten. Berlin: Verlag der Nation 1981, S. Günzel, Klaus: König der Romantik. Das Leben des Dichters Ludwig Tieck in Briefen, Selbstzeugnissen und Berichten. Berlin: Verlag der Nation 1981, S. Thalmann, Marianne: Provokation und Demonstration in der Komödie der Romantik. Berlin: Erich Schmidt Verlag 1974, S. Schlegel, Friedrich: Die Krallen des Gestiefelten Katers. In: Günzel, Klaus: König der Romantik. Das Leben des Dichters Ludwig Tieck in Briefen, Selbstzeugnissen und Berichten. Berlin: Verlag der Nation 1981, S. Tieck, Ludwig: Der gestiefelte Kater. Mit Zwischenspielen, einem Prologe und Epiloge. Stuttgart: Philipp Reclam jun. Beyer, Hans Georg: Ludwig Tiecks Theatersatire. Der gestiefelte Kater und ihre Stellung in der Literatur- und Theatergeschichte. Dissertation LMU München , S. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat.